Sechs Erfolgsgeschichten der Iserlohner Werkstätten gGmbH
Herr K. im Seniorenheim: Ein gelungener Weg in die Hauswirtschaft
Herr K. hat seinen beruflichen Weg behutsam und Schritt für Schritt aufgebaut. Schon während seines zweijährigen Berufsbildungsbereiches in den Iserlohner Werkstätten zeigte sich, dass er sich gerne praktisch betätigt, zuverlässig arbeitet und Freude daran hat, mit und für Menschen tätig zu sein. In dieser Phase konnte er unterschiedliche Tätigkeitsfelder ausprobieren und seine eigenen Stärken besser einschätzen lernen. Ein Praktikum im Seniorenheim wurde schließlich für ihn zu einem Schlüsselerlebnis: Die Atmosphäre, der Kontakt zu den Bewohner:innen und das strukturierte Arbeiten im Team gaben ihm Sicherheit und Motivation. Die Verlässlichkeit des Tagesablaufs und die klaren Arbeitsroutinen halfen ihm, sich schnell zurechtzufinden und erste berufliche Selbstständigkeit zu entwickeln.
Sein Arbeitsbereich umfasst heute die Zubereitung von Essen in der Großküche, das Verteilen der Mahlzeiten auf die Wohnbereiche sowie verschiedene hauswirtschaftliche Tätigkeiten direkt auf den Stationen. Die Mischung aus festen Aufgaben und wechselnden Anforderungen fördert seine Handlungskompetenzen und lässt Raum für Entwicklung. Durch regelmäßiges Anleiten, wiederkehrende Abläufe und ein geduldiges Einlernen konnte Herr K. nach und nach mehr Verantwortung übernehmen. Im Alltag zeigt er eine hohe Zuverlässigkeit und eine große Bereitschaft, im Team mitzuarbeiten.
Besonders bedeutsam war für ihn, dass er im Seniorenheim von Anfang an willkommen war. Das Team begegnete ihm offen, und die Aufgaben wurden so zugeschnitten, dass sie sowohl betriebliche Anforderungen erfüllten als auch Herrn K.s individuelle Stärken berücksichtigten. Die Kombination aus passendem Tätigkeitsprofil, gut abgestimmter Einarbeitung und einer unterstützenden Arbeitsumgebung ermöglichte es ihm, Schritt für Schritt berufliche Stabilität zu erreichen.
Heute ist er fest auf dem Außenarbeitsplatz im Seniorenheim eingebunden. Er hat gelernt, im hektischen Küchenbetrieb den Überblick zu behalten, Prioritäten zu setzen und seine Aufgaben strukturiert zu bearbeiten. Für ihn selbst ist dieser Arbeitsplatz ein wichtiger Meilenstein. Er fühlt sich dort wertgeschätzt, erlebt sich als Teil eines Teams und hat für sich einen festen beruflichen Platz gefunden.
Herr G. in der Kindertagesstätte: Stabilität durch Entwicklung
Herr G. arbeitet seit sieben Jahren in einer Kindertagesstätte – ein Zeitraum, der deutlich zeigt, wie nachhaltig ein Vermittlungsprozess wirken kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und die Entwicklung schrittweise gefördert wird. Ursprünglich hatte Herr F. eine Ausbildung zum Erzieher begonnen. Seine Erkrankung machte es jedoch unmöglich, die Ausbildung zu Ende zu führen. Dennoch blieb bei ihm der starke Wunsch, im pädagogischen Bereich tätig zu sein und Kinder im Alltag zu begleiten. Die Kita bot ihm genau diese Möglichkeit – in einem Umfang, der für ihn anfangs machbar und überschaubar war. Dieser Einstieg erfolgte in enger Abstimmung mit den Iserlohner Werkstätten, die den Prozess begleitet und die passenden Rahmenbedingungen mit dem Betrieb abgestimmt haben.
Die erste Phase seines Einsatzes war von einer vorsichtigen Annäherung geprägt. Herr G. konnte zunächst nur wenige Stunden pro Tag arbeiten, da die Belastung für ihn noch zu hoch war. Die Anforderungen im Gruppenalltag , wie Lärm, viele schnelle Wechsel, körperliche Nähe und hohe Aufmerksamkeit, waren anspruchsvoll. Schrittweise wurde der Arbeitsalltag so gestaltet, dass Herr G. feste wiederkehrende Aufgaben übernahm, die ihm Struktur und Sicherheit gaben. Dadurch konnte er seine Rolle in der Gruppe allmählich stabilisieren.
Mit zunehmender Erfahrung lernte er, die Dynamik der Kindergruppe besser einzuschätzen, Übergänge zu bewältigen und sich in herausfordernden Situationen angemessen abzugrenzen. Durch wiederkehrende Routinen wie Anziehen helfen, Begleitung beim Frühstück, Vorbereitung von Spielen oder unterstützende Tätigkeiten beim Mittagessen gewann er Selbstvertrauen. Auch sein Umgang mit Belastung veränderte sich positiv: Er entwickelte Strategien, um Stress früh zu erkennen, Pausen sinnvoll zu nutzen und in anspruchsvollen Momenten Ruhe zu bewahren.
Im Team ist Herr G. heute ein fest integrierter Mitarbeiter, dessen Beitrag sehr geschätzt wird. Er ist Bezugsperson für viele Kinder, weil er ihnen mit Geduld, Humor und Zuverlässigkeit begegnet. Die Kolleg:innen beschreiben ihn als verlässlich und einfühlsam – Qualitäten, die im Kita-Alltag von großem Wert sind. Der langfristige Erfolg dieses Außenarbeitsplatzes zeigt, wie wichtig es ist, Arbeitszeiten, Aufgabenprofile und Belastungsfaktoren individuell zu gestalten und schrittweise zu erweitern. Dieses Fundament führt dazu, dass Herr G. sich vorstellen kann, nochmal die Ausbildung anzugehen.
Aus einem zunächst vorsichtig begonnenen Einsatz wurde über die Jahre ein stabiles Beschäftigungsverhältnis mit klaren Kompetenzen und einem festen Platz im Team.
Das Hausmeisterteam in der Schule: Zwei Wege, ein gemeinsamer Erfolg
Herr L. und Herr E. arbeiten gemeinsam als Hausmeisterteam in einer Schule, ein Beispiel dafür, wie zwei Menschen mit unterschiedlichen Entwicklungen dennoch erfolgreich im gleichen Arbeitsfeld ankommen können. Die Schule bietet ein vielfältiges Tätigkeitsspektrum: Pflege des Außengeländes, Reparaturen, kleinere handwerkliche Arbeiten, Müllentsorgung, Ordnungsdienste und Pausenaufsichten. Gerade im Frühjahr, wenn das Gelände viel Pflege benötigt, zeigt sich, wie gut die beiden zusammenarbeiten und wie zuverlässig sie Aufgaben untereinander abstimmen. Die Vermittlung und Begleitung erfolgte über die Iserlohner Werkstätten, die beide Männer in ihrer beruflichen Orientierung und in den ersten Wochen der Einarbeitung unterstützten.
Für Herr L. bedeutet dieser Außenarbeitsplatz eine enorme persönliche Stabilität. Er erlebt Sicherheit, weil der Arbeitsalltag klar strukturiert ist, die Aufgaben nachvollziehbar sind und er in der Schule ein Umfeld gefunden hat, das ihm Vertrauen schenkt. Er beschreibt diesen Arbeitsplatz als sein „höchstes Ziel“, weil er sich dort sowohl fachlich als auch sozial angekommen fühlt. Die Beziehungen zu Lehrkräften, Schüler:innen und dem Hausmeisterteam geben ihm das Gefühl, gebraucht und wertgeschätzt zu werden.
Herr E. geht seinen Weg mit einer etwas anderen Perspektive. Auch er hat sich gut in die Aufgabenbereiche eingearbeitet und übernimmt zuverlässig Arbeiten im Innen- und Außenbereich. Er bringt viel Engagement mit und zeigt eine schnelle Auffassungsgabe bei neuen Tätigkeiten. Anders als Herr L. sieht er in diesem Außenarbeitsplatz einen Zwischenschritt und kann sich gut vorstellen, bald einen Arbeitsvertrag in der Schule zu erhalten. Dieses Ziel wird auch vom Schulleiter unterstützt, der seine positive Entwicklung beobachtet und seine Arbeitsleistung schätzt.
Die Schule profitiert von beiden Mitarbeitern: Sie ergänzen sich im Tempo, in der Art, Aufgaben anzugehen, und in ihren persönlichen Stärken. Gleichzeitig zeigt dieses Beispiel, wie unterschiedlich Entwicklungswege sein können, obwohl das Tätigkeitsprofil ähnlich ist.
Herr S. beim Armaturenhersteller: Vom Außenarbeitsplatz zum Arbeitsvertrag
Herr S. hat einen beruflichen Weg genommen, der zeigt, wie wichtig Durchhaltevermögen, klare Zielvorstellungen und passende betriebliche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Vermittlung sind. Sein Wunsch war es lange, in einem großen Industrieunternehmen zu arbeiten und eines Tages ein fester Mitarbeiter zu werden. In der Werkstatt war er bereits als Hausmeisterhelfer tätig und hatte dort grundlegende Erfahrungen gesammelt, die ihm im späteren beruflichen Alltag zugutekommen sollten. Die Iserlohner Werkstätten begleiteten diesen Übergang, organisierten den Außenarbeitsplatz und stimmten die Einarbeitung mit dem Unternehmen ab.
Der Außenarbeitsplatz bei dem Armaturenhersteller bot ihm die Chance, seine Fähigkeiten in einem anspruchsvollen Umfeld zu zeigen. Seine Aufgaben umfassen Ordnung und Sauberkeit in den Produktionshallen, das Fahren mit dem Reinigungswagen sowie verschiedene unterstützende Tätigkeiten im infrastrukturellen Bereich. Durch klare Abläufe, feste Routinen und gut strukturierte Arbeitsbereiche konnte er sich zügig einarbeiten. Gleichzeitig war der industrielle Kontext für ihn eine Herausforderung, die er Schritt für Schritt bewältigte.
Mit zunehmender Erfahrung wurde deutlich, dass Herr S. nicht nur zuverlässig arbeitet, sondern auch im Team gut ankommt. Er entwickelte ein gutes Verständnis für logistische Abläufe, für die Bedeutung seiner Tätigkeit im Produktionsprozess und für die Anforderungen an Sauberkeit und Sicherheit im betrieblichen Alltag. Durch abgestimmte Lernschritte konnte er nach und nach zusätzliche Tätigkeiten übernehmen und sein Arbeitsfeld erweitern.
Nach zwei Jahren auf dem Außenarbeitsplatz folgte der entscheidende Schritt: Das Unternehmen bot ihm einen festen Arbeitsvertrag an. Für Herrn S. ging damit ein großer Wunsch in Erfüllung. Der Übergang in ein reguläres Arbeitsverhältnis erfolgte gut vorbereitet, sodass er auch in der neuen Rolle weiterhin Sicherheit empfand. Heute ist Herr S. fester Bestandteil des Betriebes und arbeitet mit einem hohen Maß an Selbstständigkeit.
Frau N. in der Galvanik: Mit Energie und klaren Zielen in die industrielle Produktion
Frau N. ist ein Beispiel für berufliche Teilhabe, die von Beginn an von Tatkraft, Klarheit und Eigenmotivation geprägt war. Schon im Berufsbildungsbereich der Iserlohner Werkstätten war deutlich zu erkennen, dass sie die Werkstatt als Übergang versteht und sich eine Tätigkeit in einem industriellen Betrieb wünscht. Sie nutzte die dortige Zeit sehr zielorientiert: Sie probierte unterschiedliche Aufgaben aus, erweiterte ihre Fähigkeiten in Produktion und Logistik und bereitete sich so bestmöglich auf eine Beschäftigung in der freien Wirtschaft vor.
Als eine Firma einen weiteren Außenarbeitsplatz in der Galvanikbeschichtung anbot, war für Frau N. sofort klar, dass sie diese Chance ergreifen möchte. Die Arbeitsbereiche im Unternehmen sind vielseitig: Unterstützende Tätigkeiten in der Produktion, Mitarbeit bei der Beschichtung, Verpackungsarbeiten und Aufgaben im Lager. Diese Mischung aus körperlicher Tätigkeit, Präzision und klaren Abläufen passt gut zu ihren Fähigkeiten und ihrer Art zu arbeiten.
In der Anfangsphase lernte sie die spezifischen Abläufe der Galvanik kennen, entwickelte ein gutes Verständnis für den Umgang mit Materialien und Sicherheitsanforderungen und baute stabile Routinen auf. Die Kombination aus Praxislernen, wiederkehrenden Abläufen und der Offenheit der Kolleg:innen ermöglichte ihr eine schnelle Integration ins Team. Frau N. zeigt sich zuverlässig, belastbar und bringt stets eine hohe Motivation mit, überall dort mit anzupacken, wo sie gebraucht wird. Besonders in Stoßzeiten oder wenn Flexibilität gefordert ist, wird ihre tatkräftige Unterstützung geschätzt.
Die Firma hat bereits mehrfach erlebt, wie erfolgreich Außenarbeitsplätze verlaufen können, und hat zwei Mitarbeiter:innen daraus fest übernommen. Für Frau N. ist diese Perspektive ein starkes Motivationsmoment. Sie arbeitet mit dem klaren Ziel vor Augen, ebenfalls eine Übernahme zu erreichen. Ihr bisheriger Weg zeigt, wie wertvoll es ist, Menschen mit Behinderung frühzeitig in realen betrieblichen Kontexten auszuprobieren, ihnen Wahlmöglichkeiten zu geben und ihre Eigenmotivation ernst zu nehmen.
Herr Z. im Lager: Vom Wunscharbeitsplatz zum Arbeitsvertrag
Herr Z. hatte schon lange den Wunsch, im Lager zu arbeiten. Schon während seines Berufsbildungsbereichs in den Iserlohner Werkstätten bereitete er sich gezielt auf diese Tätigkeit vor: Er erlernte wichtige Abläufe der Lagerlogistik, sortierte Materialien, übte die Handhabung von Waren und trainierte Organisationsfähigkeiten, die für einen Lagerarbeitsplatz notwendig sind. Dadurch konnte er früh einschätzen, welche Aufgaben ihm liegen und wo er besonders zuverlässig und präzise arbeiten kann.
Als der passende Arbeitsplatz in einem Lager gefunden wurde, war dies ein großer Schritt in Richtung berufliche Selbstständigkeit. Herr Z. wurde von Beginn an in die betrieblichen Abläufe integriert. Er lernte, Waren anzunehmen, zu sortieren, Regale zu bestücken und Aufträge vorzubereiten. Dabei übernahm er dieselben Tätigkeiten wie seine Kolleg:innen und konnte sich so Schritt für Schritt als vollwertiger Teil des Teams etablieren. Die Aufgaben waren klar strukturiert und wiederholbar, was ihm Sicherheit gab und gleichzeitig seine Fachkompetenz stetig erweiterte.
Die Integration ins Team verlief sehr positiv. Herr Z. konnte auf die Unterstützung der Iserlohner Werkstätten bauen, die gemeinsam mit ihm die Einarbeitung begleitete, neue Arbeitsabläufe einübte und dafür sorgte, dass er sich an den betrieblichen Standards orientieren konnte. Gleichzeitig entwickelte er zunehmend Eigeninitiative: Er erkannte logistische Zusammenhänge, übernahm Verantwortung für einzelne Abläufe und konnte nach und nach selbstständig Aufgaben koordinieren.
Die Perspektive, einen festen Arbeitsvertrag zu erhalten, motivierte ihn zusätzlich. Für das Unternehmen ist Herr Z. ein vollwertiges Teammitglied, das zuverlässig seine Arbeit verrichtet und den gleichen Leistungsstandard wie seine Kolleg:innen erreicht. Der abgeschlossene Arbeitsvertrag dokumentiert den erfolgreichen Verlauf des Vermittlungsprozesses und unterstreicht die Bedeutung einer systematischen Vorbereitung, einer abgestimmten Einarbeitung und einer kontinuierlichen Begleitung im Alltag.
Mit klaren Zielen, praxisnaher Vorbereitung, passenden Rahmenbedingungen und einer langfristigen Perspektive können Menschen mit Behinderung nicht nur erfolgreich in den Arbeitsalltag integriert werden, sondern erhalten auch die Chance, eigenständig in einem regulären Arbeitsverhältnis zu arbeiten.
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